Ein Tag in der Igelburg

In einer Igel-Auffangstation gibt es immer viel zu tun. 

An oberster Stelle steht natürlich Sauberkeit und Hygiene. Die Igelkäfige, in denen jeweils ein Igel beherbergt wird, werden täglich gereinigt. Zeitungspapier, das als Käfigauslage dient muss auch täglich gewechselt werden. Dann werden reichlich Futter und Wasser bereitgestellt und notwendige Medikamente nach Absprache mit dem Tierarzt verabreicht. 

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Freigehege

Das ist allerdings nur ein kleiner Teil unserer Arbeit. Jeder Igel muss dabei genau angeschaut, gewogen und bei Bedarf wiederholt untersucht werden, ob er sich erholt oder ob noch andere Maßnahmen ergriffen werden müssen. 

Weitgehend genese Igel, die bald wieder ausgewildert werden können, werden von der häuslichen Station in unser großzügig bemessenes Freigehege versetzt – auch zur Vorbereitung auf die Freiheit in der Natur. 

Natürlich müssen die Räume der Igelburg sauber gehalten werden. Daher wird jede Woche mehrmals feucht gewischt.  

Die Handtücher, die die kranken Igel zusätzlich zum Einkuscheln bekommen, müssen auch regelmäßig ausgetauscht und gewaschen werden.

Hinzu kommen die immer wiederkehrenden logistischen Aufgaben, wie Zeitungspapiernachschub organisieren, Futter, Reinigungs-, Desinfektions- und Waschmittel einkaufen und lagern. 

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Viele Anrufe von Igelfindern erreichen uns während der Hauptsaison täglich, so dass viele Igelfragen direkt beantwortet werden können – jedoch nicht alle. Die meisten Igel müssen dann zu uns in die Station gebracht werden, um sie näher zu untersuchen und um abzuwägen, ob der Igel stationär aufgenommen werden muss. In jedem Fall wird für jeden Igel ein eigenes Pflegeprotokoll erstellt, in dem Medikamentengaben, Gewichtsveränderungen und sonstige Auffälligkeiten vermerkt werden. So wissen wir immer über jeden Igel Bescheid und können dies bei Verlangen auch dem zuständigen Veterinäramt vorlegen 

Zusätzlich müssen wir eine Gesamtliste führen, auf der jeder Igel, der zu uns kommt mit Daten wie Fundort, Zustand, Ankunft und Abgang dokumentiert wird. Diese Meldeliste geht dann einmal im Jahr zur oberen Naturschutzbehörde des Landes Hessen.