Entwicklung der Igelkinder

Punkt 1

Nach dem berühmten Igel- Karussell (Paarungsritual der Igel) im Frühsommer, richtet sich die Igelin häuslich ein, damit sie ihre Jungen geschützt gebären und aufziehen kann. Das Nest, dass sie dafür baut füllt sie mit Moosen und Blättern, die sie aus der unmittelbaren Umgebung zusammenträgt.

Nach etwa 35 Tagen Schwangerschaft kommen dann die kleinen Igel auf die Welt. Ihre Stacheln liegen noch versteckt unter der etwas angeschwollenen Haut und zeigen sich erst nach einigen Stunden.

Im Laufe der nächsten zwei bis drei Tage beginnen sich die Stacheln zu verhärten.

Punkt 2

Die Igel-Babys sind jetzt immer noch vollkommen hilflos und ganz auf die Frau Mama angewiesen. Die Igelin verläßt in den ersten Tagen nach der Geburt ihr Nest nicht und frisst auch nichts. Sie kümmert sich ausschließlich um das Säugen ihrer Jungen. Ihre fettreiche Mutter-Milch läßt die Kleinen schnell wachsen.

Bereits wenige Tage später zeigen sich zwischen den weißen Baby-Stacheln dunklere und noch härtere Stacheln – das endgültige Stachelkleid beginnt zu wachsen:

In dieser Zeit beginnt die Mutter wieder auf Nahrungssuche zu gehen. Sie kann die Kleinen dafür eine Weile alleine lassen, denn im Bau ist es trocken, warm und geschützt.

Im Alter von etwa 2 Wochen öffnen sich langsam die Augen, die Zähne stoßen durch und es bildet sich ein flaumweiches Fell am Bauch und im Gesicht.

Punkt 3

Nach etwa drei Wochen sind die kleinen Stachler recht mobil und machen zusammen mit der Mama schon kleinere Ausflüge. Dabei ist anzumerken, dass die Igel-Mutter ihren Kindern nichts explizit beibringt. Die Kleinen wissen instinktiv schon vieles, das ihnen in der Natur weiterhilft – zum Beispiel die richtige Nahrung zu fressen oder ein Nest zu bauen. Allerdings wird ein Igel-Kind, das sich in Not wähnt, laut nach seiner Mutter pfeifen – es hört sich dann an wie ein kleiner, zwitschernder Vogel.

Alles, was die Kleinen jetzt vor die Nase bekommen wird bekaut und beschnuppert. So lernen die Igel, was gut schmeckt und was nicht. Nach dem Bekauen tritt ein interessantes Phänomen zu Tage: das sogenannte Bespeicheln. Der Igel macht dabei heftige Verrenkungen und spuckt den beim Bekauen entstandenen Speichel auf seinen Rücken. Leider hat ihm dieses Verhalten in früheren Zeiten den Ruf eingebracht, der Igel übertrage Tollwut – das stimmt allerdings nicht! Vielmehr reinigt er sein Jacobson´sches Organ, dass dem Igel eine Mischfunktion zwischen Riechen und Schmecken ermöglicht. Nun kennt er den Geschmack des bekabberten Gegenstandes genau und wird ihn sich so für alle Zeit merken!

Punkt 4

Bald werden die Ausflüge der Igel-Familie immer länger, wobei die Mutter aber immer weniger über ihre Kinder wacht. Sie werden zwar noch gesäugt, müssen allerdings immer selbstständiger Nahrung für sich dazu fangen.

Nach sechs Wochen Aufzucht trennt sich der Familienverband auf und die Mutter als auch die jugendlichen Kinder gehen einzeln ihrer Wege.